Unsere Distanz lässt mich ruhig werden
und den Geruch einziehen von Heu, Felder und sanften Pferden
mein Kopf fährt herunter
mein Herz schlägt still
und ich merke, wie ich entschlossen und munter
meinen nächsten Schritt machen will
Du und ich, wir kennen uns jetzt halb gut
mit dir wird mein Wille zum Vollblut
da ist nicht viel, aber auch nicht wenig
mit dir wird mein Herz ganz selig
Immer wieder erwische ich meine Gedanken
wie sie zu dir führen
wie meine Schulter deinen Kopf berühren will
und ich trotz vieler Fragen nur eine Antwort habe
nämlich, dass ich getrennte Wege schade fände
Meine Hände
sie versuchen aufzufangen
was morgen vom Himmel fallen wird
damit es heute nicht auf den Boden klirrt
Denn wir sind noch zerbrechlich
noch schrecklich höflich
und unerhört verletzlich
denn wir sind noch fremd für eine gemeinsame Zukunft
denn wir sind noch nicht sicher, ob sich Liebe und Vernunft kennen
Lass uns einfach gemeinsam voneinander wegrennen
und uns immer wieder, morgen und später, bekennen
dass wir uns lieben und stehen lassen
dass wir uns erst beim nächsten Mal an den Händen fassen
Denn wir sind noch zu zögerlich
noch zu tröstlich
wir müssen uns erst vertraut machen
sagt der Fuchs, dann haben wir einen Freund zum Lachen
Vielleicht hat sie die Welt nicht mehr
aber ich habe sie
die Zeit, wie Salz im weiten Meer
wir könnten schwimmen gehen
und zusehen
wie die Wellen verwehen
weil immer neue kommen
lass uns in Gewissheit sonnen
nicht wer wir gemeinsam sind
sondern einzeln, wir beide als erwachsenes Kind
Hast du Fragen
dann stell sie
willst du etwas sagen
bitte zögere nie
Denn alles ist ok, außer vor Toleranz zu schweigen
wenn man sich wissentlich an den Abgrund treiben lässt
und von verpassten Chancen durchnässt
sich später wundert
dass keine einzige Flamme mehr schimmert
mein nach Freiheit strebendes Herz wimmert
ob ich jetzt schon bereit bin mich zu binden?
ich seh‘ all die unabhängigen Wege schwinden
Mama hat immer gesagt
eine Entscheidung für etwas
macht meistens Spaß
aber man entscheidet sich auch stets gegen all den Rest
flieg kleiner Vogel, spring aus dem Nest
Und ich merke es jetzt so langsam
ich sitze nicht mehr auf Papas Schoß
alles um mich herum ist schweigsam
flieg kleiner Vogel, du bist jetzt groß
Denn allein ich bin es
der jetzt ja oder nein sagt
der es wagt
oder den Mut auf morgen vertagt
Ich bin es
der sich für wechselhaftes Wetter
oder deinen Sonnenschein entscheidet
ich warte noch, bis mein Selbstvertrauen hochklettert
und Löcher zum Verkriechen meidet
Lass uns doch unseren Standort teilen
weitergehen, aber immer wieder bei unserem Wir verweilen
und sagen wo wir momentan stehen
wohin wir eigentlich gemeinsam gehen
Lass uns doch gemeinsam unsere Geschichte schreiben
uns gegenseitig die nächste Seite zeigen
und nicht an verschwenderischer Kreativität sparen
sondern uns gemeinsam von Wolke zu Regenbogen tragen
Lass uns über Verlorenes und Erreichtes sprechen
lass uns Geld für gemeinsame Zeit blechen
lass uns so sein, wie wir sind
und gemeinsam Lieder singen, egal wie schräg es klingt
Denn nichts ist schlimmer als sich zu stressen
und sich an anderen zu messen
wenn es doch keinen Grund dafür gibt
denn, wenn etwas zeitlos ist, dann wohl, dass man sich gegenseitig liebt
© Luc-Benedikt Schulte
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