Könnte ich Rotz und Wasser heulen
täte ich es jetzt
ich hätte zwar danach etwas zum Aufwischen
doch dann nicht mehr so viel zum Vermissen
Hätte mein Leben gerade einen Namen
dann hieße er diffus
es wäre zwar nur ein Adjektiv
aber das Wie beschreibt doch erst das Substantiv
Könnte ich heute die Welt retten
täte ich es mit Papier und Stift
es wären zwar nur meine Worte
gemeint wären sie aber für dich und mich
Könnte ich ein Bild malen, an einem Ort meiner Wahl
wäre es Acryl auf Himmelszelt
es wäre zwar nicht schön
aber etwas, das für immer hält
Dürfte ich mir eine neue Farbe erwählen
rieche sie nach Brombeerstauden
sie wäre zwar nicht spektakulär
aber geeignet für verschwenderischen Kreativverzehr
Wäre meine Wahrheit die für alle
wäre jeder Baum ein Ahorn und jeder Mensch ein Egoist
es wäre zwar ein bisschen langweilig
aber nachvollziehbar, dass ein Hund lieber an fremde Bäume pisst
Wäre mein Konjunktiv unsere Realität
wäre es für dich zu früh, für mich zu spät
denn nur die Vorstellung dieser Zeilen
lässt einen festhalten und verweilen
Denn was ich schreibe und du liest
ist wie eine Hochzeit
zusammengefunden aus Liebe und Echtheit
lass uns zelebrieren die Kunst, die unser Herz befreit
© Luc-Benedikt Schulte
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