Um deinetwillen

Der schlimmste Abschied ist
wenn ich noch gar nicht weiß, wer du bist
ich verrenke meinen Hals, um dich zu sehen
doch du scheinst irgendwie bald zu gehen

Schon ein kleiner Funken deines Glanzes
hat gereicht, du bist etwas Perfektes, etwas Ganzes
ein runder Kreis, der Ecken liebt
eine Melodie, die mich zuhause wiegt

Du meine Edle, ich will dich greifen
all meine Gedanken, sie schweifen ab
denn du bist Grund genug, um alles zu verlieren
und dennoch mit dir ein Wir zu zelebrieren

Am liebsten hätte ich einen Flammenwerfer
der uns beide befreit aus dem Kerker
der Zwischenzeit
der Zeit, die sich dazwischen reiht

Zwischen dich und mich
zwischen Liebe oder nicht
zwischen vorher und nachher
zwischen ja oder nein
zwischen gemeinsam oder allein

Du hast mich mal gefragt, ob ich Ziele hab‘
und ich weiß schon gar nicht mehr, welche Antwort ich dir gab
doch jetzt will ich sie haben
doch jetzt will ich sie dir sagen

Mein Ziel ist es, ein Leben lang Schätze zu sammeln
nicht auf dem Entdeckten zu gammeln
sondern unterwegs zu sein
und größer zu denken als klein

Mein Ziel ist es, Kind zu bleiben
denn Kinder sind ehrlich, ohne etwas zu verschönen
sie streiten, um sich zu versöhnen
sie wollen sich nicht an Schlechtes gewöhnen

Mein Ziel ist es, auf Spülmaschinen zu verzichten
denn beim Abwasch hab‘ ich Zeit zu belichten
was ich nutze, was ich putze, was ich habe, aber nie gebrauche
wonach ich mich sehne
welches Lied singst du da, oh meine Seele?

Mein Ziel ist es, bedacht und frei zu weinen
das zu sagen, was ich auch meine
zu dem zu stehen, was ich fühle
etwas zu tun gegen die drückende Lebensschwüle

Mein Ziel ist es, ein Mann zu sein
für keinen außer erstmal für mich allein
denn das bin ich
frei und selbstbestimmt
zu Stärke, Beständigkeit und Mut gewillt

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind
es ist mein späteres ich mit meinem Kind
doch alles, aber auch wirklich alles werde ich tun
damit es auch tatsächlich bei mir kann ruhn‘

Mein Ziel ist es, Beschützer zu sein
für mich und alle, die sich mir anvertraun‘
die mit mir auf eine gemeinsame Zukunft baun‘
und nicht versuchen mir mein Herz zu klaun‘

Und ich hätte noch so viel mehr Ziele
und ich hätte noch mehr Worte, noch so viele
doch dann schaue ich dich an
und alles, was ich dann noch kann

Ist ein Schritt nach vorn‘
und zwei zurück
ich für dich ein Dorn
du für mich mein Glück

Korallenriffe bleiben am schönsten
wenn man sie erst gar nicht betritt
ein Herz kennt keinen Schmerz
weil es noch nie litt

Mit dir bin ich besser
doch ich habe Angst, dich zu verletzen
mit dir kann ich funktionieren
doch ich habe Angst, du würdest dich verlieren

Denn du bist zu gut
du bist Frieden bei Wut
isst Pizza vom Boden
willst nur andere, aber nicht dich loben

Deshalb würde ich gern hören, was du willst
was deine Seele stillt
doch das wohl Angebrachteste
wäre ein »Lebe wohl, du Allerbeste«

Du sollst nur wissen
ich bin immer für dich
mögen sich alle anderen verpissen
ruf mich, ich rühr‘ mich

Du sollst nur wissen
zu deinen zwei Augen passen alle Farben
denn du siehst Schönheit, auch in Narben
in dir spiegelt sich Klarheit
weil du einstehst für die Wahrheit

Du sollst nur wissen
ich brauche kein Wiedersehen
denn würdest du auch gehen
mein Herz wüsste, wie du warst
mein Herz wüsste, wie du aussahst

Du sollst nur wissen
würde ich dich wiedersehen
könnte ich nicht widerstehen
und alles begänne von vorn‘
und alles begänne von vorn‘

Also – schreite los
oder bleibe da
sprich aus einen Toast
oder schweige klar

Egal was
du tust es richtig
egal was
ich liebe dich, du bist mir wichtig

© Luc-Benedikt Schulte

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