#texte
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türrahmengespräche
zwischen zwei weltenauf sendepauseviel zu seltennimmt man ab die nackenkrausehier ist alles echthier ist alles egalein schritt aus dem gefechtdu würdest bleiben, hättest du eine wahlzeitlos lose ziehnmit der hoffnung ins paradies zu fliehenund schon bist du daeinmal weitergerücktund dir wird klardas leben spielt verrückt © Luc-Benedikt Schulte
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leben
sieh mal- wie es glitzertund das tut es auch wenn du nicht hinschaustzu schön, um es zu versäumendu musst es nicht aufräumensondern es mit deinem lächeln säumenund man mag es kaum glaubenes lächelt zurückes ist viel zu kurzum es starr statt verrücktzu erhaschenprobier es mal und fülle damit deine taschen manch einer wird dich auslachendoch innerlich…
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3400 Gramm Gottheit
Blick fixiert, Körper angespanntIch halte dich fest mit einer HandDie andere bahnt sich den Weg entlang der Wand »Jetzt einfach nicht fallen lassen«Schritttempo auf Schnecke minimiertNichts kann mich ablenkenAuch wenn der Gegenverkehr mich mit Hupen alarmiert Ich bin auf einer großen, wenn nicht auf DER größten MissionUnd deshalb immun gegen Schwächeanfälle und ErosionWie ein losgelöster…
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Geteilter Standort
Unsere Distanz lässt mich ruhig werdenund den Geruch einziehen von Heu, Felder und sanften Pferdenmein Kopf fährt heruntermein Herz schlägt stillund ich merke, wie ich entschlossen und muntermeinen nächsten Schritt machen will Du und ich, wir kennen uns jetzt halb gutmit dir wird mein Wille zum Vollblutda ist nicht viel, aber auch nicht wenigmit dir…
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hätte, hätte, fahrradkette
Könnte ich Rotz und Wasser heulentäte ich es jetztich hätte zwar danach etwas zum Aufwischendoch dann nicht mehr so viel zum Vermissen Hätte mein Leben gerade einen Namendann hieße er diffuses wäre zwar nur ein Adjektivaber das Wie beschreibt doch erst das Substantiv Könnte ich heute die Welt rettentäte ich es mit Papier und Stiftes…
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Um deinetwillen
Der schlimmste Abschied istwenn ich noch gar nicht weiß, wer du bistich verrenke meinen Hals, um dich zu sehendoch du scheinst irgendwie bald zu gehen Schon ein kleiner Funken deines Glanzeshat gereicht, du bist etwas Perfektes, etwas Ganzesein runder Kreis, der Ecken liebteine Melodie, die mich zuhause wiegt Du meine Edle, ich will dich greifenall…
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wieder wiegala
diva steht einbeinig auf spitzenschuh fernseher läuft, doch keiner schaut zunebelluft legt sich auf asphalt die finger frieren, draußen ist es kaltwiegelied für den heimwegroter teppich, den ich mir selbst ausleg‘die nacht vertraut unsund schenkt träumerische gunstlass doch schlafen gehenvielleicht werden sie dich morgen tanzen sehen
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freundschaft
du bist nie zu schwerweil ich immer mit dir schweben kann © Luc-Benedikt Schulte
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tropenland
palmenzweigekerniger biss in eine feigeich habe fernwehnach dem, was anders istnach gepacktem koffer mit ‘nem jogurt-dipich rufe beim namenwas ich mir erhoffeich schwinge mastenlose fahnenund kaufe herbe duftstoffeich weißdass ich nicht weißwas ich willich will frieden im erdnussmantelund eine grüne verkehrsampel © Luc-Benedikt Schulte
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guten morgen
die sonne stichtmein kopf, er brichtentzwei, ich habe schlaflose nächtemit badesee- und wassermelonenträumenich muss die baggy jeans verräumenzeit zum haut zeigenzeit zum aufschreibenvon sommermomentendie mich von dem winterlichen alltag ablenkenich vergesse immer jahreszeiten, sie mich aber nichtich glaube ich hab‘ schon wieder einen sonnenstich © Luc-Benedikt Schulte